Mixtur-Trautonium nach Oskar Sala

Oskar Sala
Zusammenfassung:
Darstellung der Entwicklung eines Mixtur-Trautoniums nach Oskar Sala an der damaligen Fachhochschule der Deutschen Bundespost Berlin (später Fachhochschule der Telekom Berlin) durch die Professoren Dipl.-Ing. Hans-Jörg Borowicz, Dr. Dietmar Rudolph und Dr. Helmut Zahn mit Studenten und der Werkstatt der Fachhochschule in den Jahren 1982 bis 1984. Das Instrument wurde als Projektarbeit unter Einbeziehung von Studien- und Diplomarbeiten erstellt.

Oskar Sala auf der IFA Berlin 1983

Oska Sala auf der Internationalen Funkausstellung Berlin 1983

Ablauf des Projektes:
Die Initialzündung zu diesem Projekt lieferte die Ausstellung "Für Augen und Ohren" der Akademie der Künste im Jahre 1980, an der Oskar Sala mit seinem Mixtur-Trautonium beteiligt war. Meine Kollegen Borowicz, Dr. Rudolph und ich waren von den Klangmöglichkeiten und der Einzigartigkeit des Instrumentes so beeindruckt, dass wir beschlossen mit Studenten der Fachhochschule ein Mixtur-Trautonium zu bauen.
Wir nahmen Kontakt zu Herrn Sala auf, besuchten ihn in seinem Studio in Berlin-Ruhleben und waren von seinem in langen Jahren entwickelten Instrument so begeistert, dass unser Entschluss feststand:
Wir wollten in Halbleitertechnik das Mixtur-Trautonium so nachbauen, dass die Spielweise und die Fülle der Klangmöglichkeiten dem Originalinstrument entsprechen sollten. Das Gerät sollte transportabel sein, um es Herrn Sala zu ermöglichen wieder in Konzerten aufzutreten. Sein eigenes Instrument war durch die eingesetzte Röhrentechnik und zahlreiche Zusatzgeräte außerhalb seines Studios nicht mehr einsetzbar.
Herr Sala war sofort bereit uns bei der Entwicklung beratend zu unterstützen. Er führte den an dem Projekt beteiligten Studenten sein Instrument vor und besuchte uns von Zeit zu Zeit, um die Konstruktion besonders der Manuale und Pedale mit uns und der Werkstatt der Fachhochschule zu optimieren.
Sala mit StudentenSala mit Studentin
Oskar Sala mit Studenten in seinem Studio 1982

So enstand in den Jahren 1982 bis Mitte 1983 das Mixtur-Trautonium der Fachhochschule. Auf der Internationalen Funkausstellung Berlin 1983 wurde das Instrument auf dem Stand der Fachhochschule unter Beteiligung von Herrn Sala der Öffentlichkeit präsentiert.
Oskar Sala auf dem Stand der Fachhochschule
Präsentation des Instrumentes auf der Internationalen Funkausstellung Berlin 1983
(ganz rechts im Bild Werner Trautwein der Sohn von Friedrich Trautwein des Entwicklers des Urtrautoniums)

Teilansicht des Instrumentes

Teilansicht des Instrumentes (+)

Gesamtansicht
 
Mixtur-Trautonium der Fachhochschule
Weiterentwicklung des Instrumentes:
Die im Jahre 1983 der Öffentlichkeit vorgestellte Version war noch nicht virtuos spielbar, deshalb wurden in der folgenden Zeit die dynamischen Eigenschaften der Manuale an die des Originalinstrumentes angepasst. Oskar Sala war schließlich mit der Spielweise des Instrumentes so zufrieden, dass er für seine weitere künstlerische Tätigkeit unser Instrument einsetzte.
Im  Januar 1988 wurde das optimierte Mixtur-Trautonium der Fachhochschule im Elektronischen Studio von Oskar Sala zur unentgeltlichen Nutzung durch Herrn Sala aufgestellt. Neben dem Instrument wurden passende Transportkisten geliefert, um einen Einsatz in Konzerten zu ermöglichen.
In den letzten Jahren seines künstlerischen Schaffens setzte Oskar Sala  ausschließlich das Mixtur-Trautonium der Fachhochschule ein.
Die Betreuung und Wartung des Instrumentes im Studio des Herrn Sala und bei Konzerteinsätzen sowie die Erstellung von technischen Geräteunterlagen wurde von Herrn Prof. Borowicz vorgenommen.

Musikinstrumenten-Museum Berlin:
Nach dem Ableben von Herrn Oskar Sala am 26. Februar 2002 wurde zwischen der Deutschen Telekom AG und dem Staatlichen Institut für Musikforschung in Berlin ein Vertrag über die Schenkung des Mixtur-Trautoniums geschlossen, um das Instrument im Musikinstrumenten-Museum Berlin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dort finden in regelmäßigen Abständen Konzerte statt, in denen Herr Wolfgang Müller das Mixtur-Trautonium zum Leben erweckt.
 
Zeittafel des Projektes

Klangproben und weitere Informationen


Verantwortlich für diese Webpräsenz:
Prof. Dr-Ing. Helmut Zahn
Im Fischgrund 6
D 13465 Berlin
Tel.: +49 30 40100614
E-Mail: team@mixtur-trautonium.de
Stand: Februar 2007